JumP – Jugend mit Perspektive

JumP – Jugend mit Perspektive

Bei „JumP-Jugend mit Perspektive“ handelt es sich um eine ambulante Jugendhilfemaßnahme nach dem SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz) mit dem Schwerpunkt: Verselbständigung

Jugendliche haben oft ein starkes Verselbständigungsbedürfnis, das häufig mit der tatsächlichen Kompetenz in Bezug auf Alltag, Schule/Beruf und psychischer Belastbarkeit nicht im Einklang steht.

JumP - Jugend mit Perspektive

Ziel von JumP ist es, realistische Perspektiven in schulischer, beruflicher und lebenspraktischer Hinsicht für ein selbständiges und eigenverantwortliches Leben in der eigenen Wohnung zu erarbeiten.


Die ambulante Betreuung findet auf der Grundlage abgesprochener Termine aufsuchend in den eigenen Räumlichkeiten der zu Betreuenden statt.

JumP ist ein JugendhilfeANGEBOT.

Diese Maßnahme ist freiwillig.
„Du gibst uns den Auftrag!“

Jedem Jugendlichen stehen mindestens 5,25 Fachleistungsstunden / Woche (inkl. Familienarbeit und Rufbereitschaft) zur Verfügung. Es werden feste Termine verabredet, bei denen die Jugendlichen die Möglichkeit haben, unter vier Augen über Probleme zu reden.
Oft geht es dabei um Themen wie z.B. Probleme mit sich oder anderen, Wut, Angst, Einsamkeit, Eltern, Schule / Ausbildung, Liebe und Sexualität.
Sollte hier zusätzlich psychologische Unterstützung sinnvoll erscheinen, wird gemeinsam nach einem geeigneten Beratungsangebot gesucht. Selbstverständlich geht es aber bei den Gesprächsterminen auch oft darum, was noch zu erledigen ist und wie man das am besten anpackt.

Entscheidend für den Erfolg der Hilfe ist, dass die Jugendlichen in schulische oder berufliche Maßnahmen oder Ausbildung eingebunden sind oder eine konkrete Perspektive für schulische oder berufliche Maßnahmen entwickeln können und möchten.
Es ist vor allem notwendig, dass JumP eine Entscheidung ist, die nach ausführlicher Beratung über die Art der Hilfe eigenständig und bewusst getroffen wird. Ebenso entscheidend ist die Zustimmung der Sorgeberechtigten.

Zielgruppe, Voraussetzungen und Ausschlusskriterien

Geeignet für JumP sind Jugendliche ab 15 Jahren oder junge Volljährige,

  • die bereit sind, am Erfolg der Maßnahme mitzuwirken und sich an Absprachen zu halten
  • die aus stationären Hilfen (§ 34) herausgewachsen sind
  • bei denen familiäre Konflikte im Elternhaus einen Verbleib dort erschweren oder unmöglich machen
  • die ohne Unterstützung nicht in ausreichendem Maße eigenverantwortlich ihren Lebensalltag in Form von Schule, Ausbildung, soziale Kontakte etc. gestalten können
  • die sich auf Grund ihrer Biographie in der Verselbständigungsphase befinden und Unterstützung bei dem Selbständigkeitsprozess möchten
  • die einen so hohen Grad an Selbständigkeit aufweisen, dass sie keine „Rund-um-die-Uhr-Betreuung“ mehr brauchen
  • die bereit sind, an Perspektiven für die persönliche, schulische und berufliche Entwicklung zu arbeiten
  • für die im Rahmen des Hilfeplanverfahrens (§ 36 SGB VIII) festgestellt wurde, dass JumP konzeptionell geeignet ist (Voraussetzung: § 7 Abs. 1 Satz 1 SGB II und § 22 Abs. 5 SGB II)

Nicht geeignet sind Jugendliche:

  • mit alltagsbestimmendem Drogen- und Alkoholkonsum
  • mit einem Bedarf an intensiver psychiatrischer Betreuung
  • die suizidgefährdet sind
  • die sich prostituieren

Welche Ziele verfolgen wir und um welche Betreuungsinhalte geht es bei JumP?

Unser Ziel ist es den Jugendlichen Strategien zu vermitteln, um sich sicher und verantwortlich im normalen Alltag zu bewegen. Die Jugendlichen sollen die Möglichkeit erhalten, sich schrittweise eine eigene Lebensgestaltung zu erarbeiten, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen, Problematiken zu erkennen und zu bearbeiten, um später erfolgreich entstehenden Problemsituationen Stand zu halten. Dabei ist es unser Anliegen individuell und den Möglichkeiten entsprechend zu fördern, immer mit dem Anspruch, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten:

  • Unterstützung bei der Wohnungssuche
  • Vermittlung von Handlungskompetenzen bei der Sicherung des Lebensunterhalts, einen Überblick über das Sozialsystem und bürokratischer Kompetenzen für die Lebensführung
  • Organisation des eigenen Haushaltes und Erfüllung von Pflichten 
  • Vermittlung von Handlungskompetenzen bei der Sicherung des Lebensunterhalts, einen Überblick über das Sozialsystem und bürokratischer Kompetenzen für die Lebensführung
  • Selbständiger und verantwortungsvoller Umgang mit den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln
  • Entwicklung von schulischen und beruflichen Perspektiven, vor allem realistische Perspektivenplanung in Richtung Schulabschluss, Ausbildung oder berufsvorbereitende Maßnahmen; Durchhaltevermögen, Pünktlichkeit
  • Ausbau der eigenverantwortlichen Lebensführung, vor allem Umgang mit Geld, Kontoführung, Alltagsstrukturierung, Haushaltsführung, Einkauf
  • Ausbau persönlicher Kompetenzen, vor allem Umgang mit Krisen, verantwortungsvoller Umgang mit sich selbst
  • Ausbau sozialer Kompetenzen, vor allem Kritik- und Konfliktfähigkeit, Kontaktfähigkeit, Empathie
  • Aufbau bzw. Fortführung von Kontakten zu den Eltern und anderen Angehörigen, soweit dies vom Jugendlichen gewünscht wird
  • Positive Beziehungsgestaltung innerhalb des sozialen Lebensumfeldes
  • Verantwortungsvoller Umgang mit Sexualität / Verhütung
  • Angemessenes Verhalten im Umgang mit Suchtmitteln sowie bei kriminellem Verhalten
  • Sensibilisierung für eigene Bedürfnisse und Entwicklung von Rücksichtnahme für fremde Bedürfnisse

Was erwarten wir? Mitwirkung!

  •  Vereinbarung und Einhaltung von Terminen
  • Teilnahme am wöchentlichen Meeting und soz. Kompetenztraining
  • Absprachefähigkeit und -bereitschaft
  • Die Bereitschaft an Perspektiven für persönliche, schulische und berufliche Entwicklung zu arbeiten

Die Finanzierung der Fachleistungsstunden sowohl für die ambulante Betreuung nach § 27.2 SGB VIII i. V .m. § 30, § 35a und § 41 als auch für die gruppenbezogenen Leistungen (Meeting und Sozialtraining) erfolgt über eine Leistungsvereinbarung mit dem Kreis Schleswig-Flensburg.
Der Betreuungsumfang (mind. 5,25 FLS inkl. Familienarbeit und Rufbereitschaft) wird vom zuständigen Sozialarbeiter des Jugendamtes überprüft und festgelegt.

Der Lebensunterhalt wird über das eigene Einkommen der Jugendlichen, BAB, BAFÖG, Kindergeld, SGB II etc. gesichert. Die Voraussetzungen für Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts ergeben sich aus § 7 Abs. 1 Satz 1 SGB II und § 22 Abs. 5 SGB II (U-25 Bescheinigung des Jugendamtes).